Kaffee und Stille

Stille und Kaffee

Die Geschichte „Stille und Kaffee“ habe ich nach meinem Schweige-Retreat geschrieben. Im Rahmen meiner Achtsamkeitsausbildung sollten wir einen Nachmittag, eine Nacht und den darauffolgenden Tag lang schweigen. Keine Kommunikation zu Freunden oder unserer Familie, aber auch nicht mit den Nachbarn oder anderen Menschen, die einem tagtäglich begegnen können. Am Anfang war ich zugegebenermaßen nicht sonderlich motiviert. Ich rede gerne und viel, besonders mit meinem Mann. Aber da war eine Seite in mir, die es unbedingt durchziehen, erleben und erfahren wollte. Es ist unglaublich, aber man kommt ins Schweigen hinein, wenn man es zulässt. Wir hatten mehrere angeleitete Meditationen und Körperübungen, die mir die Ruhe gebracht haben, die ich schon seit Tagen der Hektik vermisst hatte.

Der Alltag kann manchmal so unglaublich laut werden, dass man die eigenen Gedanken nicht mehr hören kann. Auch mein Mann entschloss sich dazu, den Tag mit mir schweigend zu verbringen. Gemeinsam die Stille zu teilen ist nach zehn Jahren entspannt. Ohne Druck und Optimierungsgedanken. Wir kennen, verstehen und vertrauen uns auch ohne Worte. Lieben uns auch in der Stille. Umarmungen, Küsse und ein Lächeln hier und da. Das reicht vollkommen aus, um den Tag zu verbringen. In meiner Pause sind wir dann schweigend spazieren gewesen. Ein Bach hat geplätschert, Blätter sind zu Boden gefallen und schließlich entdeckten wir ein Eichhörnchen.

Natürlich möchte ich nicht jeden Tag so verbringen, aber ich war ganz nah bei mir, meinen Bedürfnissen und Gefühlen. Meinem Mann ging es ähnlich. Ich habe auch nicht auf das Handy gesehen. Die Welt hat ja auf mich gewartet. Am nächsten Tag waren die Nachrichten und Mails alle noch da.

Nach diesen beiden Tagen war ich energiegeladen und motiviert für die nächste Woche. Unglaublich, was die Stille bewirken kann.

Wenn du auch einmal Lust hast, so eine Erfahrung zu machen, dann habe ich hier noch ein paar Tipps für dich zusammengeschrieben:

  • Plane dein „Schweigen“. Überlege dir, wann du Zeit dafür hast und halte dir einen oder zwei Tage dafür frei.
  • Kommuniziere vorher klar mit deinem sozialen Umfeld. Erkläre deine Absicht und dein Vorhaben, dann kommt es auch nicht zu Missverständnissen.
  • Kaufe vorher ein und mache es dir zu Hause gemütlich. So hast du alles da, was du brauchst und musst nicht einkaufen gehen.
  • Überlege dir auch, wie du deine(n) Tag(e) verbringen möchtest. Ein langer Spaziergang, Baden oder auch Yoga sind gute Tätigkeiten, bei denen du viel in Kontakt mit dir selbst bist. Natürlich eignet sich auch eine längere Meditation oder eine Atemübung. Auf Medienkonsum solltest du hingegen möglichst verzichten, da Handy, Fernseher und Co dich von der Stille und dir selbst zu stark ablenken.
  • Achte auf dich und schau, was dir guttut. Fühlst du sich unwohl oder hältst die Stille nicht mehr aus, kannst du dein Schweigen jederzeit beenden.

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, bewusst einen Tag der Stille, Ruhe und Entspannung zu erleben. Möchtest du die Geschichte nachlesen? Dann schau gerne auf Steady bei meinem Blog vorbei:

Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und wünsche dir eine achtsame Zeit!

Deine Hannah von Mindful Root